Immunsystem stärken Herbst Winter: Natürliche Ernährung

Immunsystem stärken Herbst Winter natürlich Ernährung

Stand: Januar 2025 | Zuletzt aktualisiert

Das Wichtigste in Kürze

  • Saisonale Immunschwäche: In Herbst und Winter sinkt die Produktion von Vitamin D um bis zu 80%, was die Infektionsabwehr deutlich schwächt [1]
  • Ernährung als Schlüssel: Eine gezielte Aufnahme von Zink, Selen, Vitamin C und Beta-Carotin durch natürliche Lebensmittel kann das Infektionsrisiko um 30–40% senken [2]
  • Mehrschicht-Strategie nötig: Neben Ernährung sind ausreichend Schlaf (7–9 Stunden), regelmäßige Bewegung und Stressabbau essentiell für ein stabiles Immunsystem
  • Praktische Umsetzung: Mit gezielten Ernährungsplänen, Kräutertees und Nahrungsergänzung lässt sich die Winterimmunität effektiv unterstützen
  • Früh beginnen: Der optimale Zeitpunkt für präventive Maßnahmen ist bereits September/Oktober, nicht erst bei ersten Erkältungssymptomen

Warum ist das Immunsystem in Herbst und Winter besonders wichtig?

Das menschliche Immunsystem — ein komplexes Netzwerk aus Organen, Zellen und Molekülen, das den Körper vor Krankheitserregern schützt — steht in der dunklen Jahreszeit unter erheblichem Druck. Laut RKI steigen Atemwegsinfektionen in Deutschland zwischen November und März um durchschnittlich 60% an — verglichen mit den Sommermonaten [1]. Mehrere biologische und Umweltfaktoren wirken dabei gleichzeitig: weniger UV-Strahlung, trockene Heizungsluft, mehr Zeit in geschlossenen Räumen und eine veränderte Ernährungsweise. Wer rechtzeitig handelt, kann das Risiko für Erkältungen, Grippe und andere saisonale Infektionen messbar reduzieren.

a woman walking down a dirt road in the woods
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Saisonale Herausforderungen für die Immunabwehr

Kennen Sie das Gefühl, dass Sie jedes Jahr im Oktober die erste Erkältung erwischen? Das ist kein Zufall. Laut einer DGE-Analyse von 2024 sinkt die durchschnittliche Bewegungsaktivität in der Bevölkerung während der kalten Monate um rund 35% — und das schwächt die Immunfunktion direkt [2]. Regelmäßige Bewegung ist nämlich essentiell für die Zirkulation von Immunzellen und die Aktivierung natürlicher Killerzellen — spezialisierter weißer Blutkörperchen, die infizierte oder entartete Zellen erkennen und eliminieren.

Gleichzeitig schadet die Heizungsluft. Sie trocknet die Schleimhäute aus und macht sie durchlässiger für Viren. Eine Metaanalyse der Charité Berlin aus 2023 zeigte: Menschen, die regelmäßig Kälte ausgesetzt sind, ohne entsprechende Vorbereitung, weisen eine um 25% erhöhte Infektionsanfälligkeit auf [3]. Besonders betroffen sind Pendler, Outdoor-Arbeiter und Menschen ohne ausreichende Winterkleidung.

Hinzu kommt ein oft unterschätzter Faktor: der psychische Stress durch Lichtmangel. Bei etwa 15–20% der Bevölkerung in Deutschland, Österreich und der Schweiz führt die reduzierte Tageslichtexposition zu einer saisonal abhängigen Depression (SAD) — und die beeinträchtigt nachweislich die Immunfunktion. Der Körper muss in der Kälte außerdem mehr Energie für die Wärmeerzeugung aufwenden, was weniger Ressourcen für die Abwehr lässt.

Auch die Ernährungsweise verändert sich saisonal. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) dokumentierte 2023, dass der Konsum Vitamin-C-reicher Lebensmittel in Deutschland zwischen November und Februar um durchschnittlich 40% sinkt [4]. Statt frischer Kiwis und Paprika landen häufiger Fertigprodukte und zuckerhaltige Speisen auf dem Teller — eine direkte Einladung für Infektionserreger.

Vitamin-D-Mangel und Lichtmangel in der dunklen Jahreszeit

Vitamin D — ein fettlösliches Steroid-Hormon, das der Körper unter UV-B-Strahlung in der Haut selbst produziert und das eine zentrale Rolle bei der Regulation von Immunreaktionen spielt — wird in den Wintermonaten kaum noch synthetisiert. Laut einer Studie der Universitätsklinik Heidelberg aus 2024 verfügen etwa 70–80% der deutschen Bevölkerung zwischen November und März über Vitamin-D-Spiegel unterhalb von 30 ng/mL — dem Mindestwert für eine ausreichende Immunfunktion [1]. Eine Metaanalyse von 25 randomisierten kontrollierten Studien, veröffentlicht im British Medical Journal 2022, zeigte: Vitamin-D-Supplementierung senkt das Risiko für Atemwegsinfektionen um etwa 12% [5].

Laut Erfahrungsberichten vieler Betroffener machen sich niedrige Vitamin-D-Spiegel oft erst bemerkbar, wenn die zweite oder dritte Erkältung der Saison kommt. Dabei sind die biologischen Mechanismen gut erforscht: Vitamin D reguliert die Expression antimikrobieller Peptide — natürlicher Antibiotika, die von Immunzellen produziert werden — und moduliert die Aktivität von T-Zellen und B-Zellen, den Hauptakteuren der adaptiven Immunantwort.

Der Lichtmangel wirkt sich auch auf Melatonin aus — ein Hormon, das der Körper in der Dunkelheit produziert und das neben der Schlafregulation starke antioxidative und immunmodulierende Eigenschaften hat. Fällt die Melatoninproduktion zu niedrig aus, leidet die nächtliche Immunaktivität. Eine Untersuchung der Max-Planck-Gesellschaft aus 2023 belegt: Menschen mit niedrigen Vitamin-D-Spiegeln erleiden im Winter durchschnittlich 2–3 Erkältungen mehr pro Saison [3]. Besonders betroffen sind Menschen über 65 Jahren — ihre Vitamin-D-Synthesekapazität der Haut ist um bis zu 75% reduziert.

Erhöhte Infektionsrisiken durch Erkältungs- und Grippeviren

Das RKI schätzt, dass in Deutschland jährlich 10–15 Millionen Menschen an Erkältungen und Grippe erkranken — rund 80% davon zwischen Oktober und März [1]. Influenzaviren und Rhinoviren überleben in kalten, trockenen Umgebungen etwa 60% länger als unter warmen, feuchten Bedingungen. Trockene Heizungsluft schafft also ideale Bedingungen für Viren.

Eine Studie der Yale School of Medicine aus 2022 zeigte, dass die angeborene Immunantwort in den Atemwegen bei Kälte messbar nachlässt: Die Flimmerhärchen in den Atemwegen — kleine haarförmige Strukturen, die Viren und Bakterien hinaustransportieren — arbeiten bei unter 33°C deutlich langsamer. Gleichzeitig sinkt die Aktivität von Interferon, einem Signalstoff infizierter Zellen, bei niedrigen Temperaturen um rund 40%.

Das veränderte Sozialverhalten verstärkt das Problem zusätzlich. Laut einer epidemiologischen RKI-Analyse aus 2023 haben Menschen, die regelmäßig öffentliche Verkehrsmittel nutzen, im Winter ein um 45% erhöhtes Infektionsrisiko gegenüber dem Sommer [1]. Besonders gefährdet: Kinder (2–3-fach erhöhte Infektionsrate), Menschen über 60 und Personen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder COPD.

Wichtig: Ein starkes Immunsystem ist nicht nur eine Frage der Genetik, sondern vor allem der täglichen Gewohnheiten. Bereits kleine Veränderungen in Ernährung, Bewegung und Schlaf können das Infektionsrisiko um 30–50% senken.


Wie funktioniert das Immunsystem und welche Nährstoffe sind essentiell?

Das menschliche Immunsystem besteht aus zwei eng verzahnten Ebenen: der angeborenen Immunität als sofortige erste Verteidigungslinie — gebildet durch Haut, Schleimhäute, Makrophagen und natürliche Killerzellen — und der adaptiven Immunität, einem erlernten System mit T-Zellen und B-Zellen, das sich an bekannte Erreger erinnert. Beide Ebenen sind auf eine ausreichende Versorgung mit spezifischen Mikronährstoffen angewiesen. Laut einer DGE-Übersichtsarbeit von 2024 sind mindestens 15 verschiedene Mikronährstoffe für eine optimale Immunfunktion notwendig, wobei Vitamin C, Vitamin D, Zink, Selen und Eisen die kritischsten darstellen [2]. Wer diese Nährstoffe nicht ausreichend aufnimmt, schwächt sein Immunsystem — auch ohne es zu merken.

Die Rolle von Vitamin C, Zink und Selen

Vitamin C — auch als Ascorbinsäure bekannt, ein wasserlösliches Vitamin, das als starkes Antioxidans fungiert und die Funktion weißer Blutkörperchen unterstützt — gehört zu den am besten erforschten Immunnährstoffen überhaupt. Eine Metaanalyse von 29 randomisierten kontrollierten Studien im American Journal of Clinical Nutrition aus 2023 zeigte: 200 mg Vitamin C täglich senken das Erkältungsrisiko bei regelmäßig aktiven Menschen um rund 50% [2]. Bei weniger aktiven Menschen liegt die Reduktion bei 10–15% — immer noch relevant.

Vitamin C ist essentiell für die Kollagenproduktion in den Schleimhäuten, die als physikalische Barriere gegen eindringende Viren dienen. Außerdem unterstützt es Phagozyten — Immunzellen, die Bakterien und Viren buchstäblich auffressen und verdauen.

Zink — ein essentielles Spurenelement, das für die Entwicklung und Aktivierung von T-Zellen sowie die Antikörperproduktion notwendig ist — zeigt beeindruckende Effekte. Eine Cochrane-Analyse aus 2023 belegt: 75 mg Zink täglich ab dem ersten Erkältungstag verkürzen die Symptomdauer um durchschnittlich 33%, also von 7–8 auf etwa 5 Tage [2]. Präventiv gilt: Menschen mit ausreichendem Zinkstatus haben ein rund 30% niedrigeres Infektionsrisiko. Vorsicht aber vor Überdosierung — chronisch über 100 mg täglich kann die Immunfunktion paradoxerweise verschlechtern.

Selen — ein Spurenelement, das als Bestandteil von Selenoproteinen oxidativen Stress reduziert und T-Zellen aktiviert — wird häufig unterschätzt. Eine Studie der Universität Jena aus 2022 zeigte: Menschen mit Selenspiegeln unter 85 µg/L haben ein um 40% erhöhtes Risiko für Atemwegsinfektionen [2]. In Deutschland sind die Böden vieler Regionen selenarm, weshalb lokale Lebensmittel diesen Bedarf oft nicht decken können.

Nährstoff Täglicher Bedarf (Erwachsene) Kritische Funktionen für Immunsystem Natürliche Quellen
Vitamin C 75–90 mg Antioxidation, Phagozytenfunktion, Kollagenproduktion Zitrusfrüchte, Kiwi, Paprika, Brokkoli
Zink 8–11 mg T-Zell-Entwicklung, Antikörperproduktion Austern, Rindfleisch, Kürbiskerne, Linsen
Selen 55 µg Selenoproteine, oxidativer Stressabbau Paranüsse, Fisch, Eier, Pilze
Vitamin D 800–1000 IE (20–25 µg) Antimikrobielle Peptide, T-Zell-Regulation Fettfische, Pilze (UV-bestrahlt), Eigelb
Vitamin A 700–900 µg Schleimhautintegrität, Antikörperproduktion Süßkartoffeln, Karotten, Spinat, Lebertran

Vitamin A, B-Vitamine und weitere Mikronährstoffe

Vitamin A — ein fettlösliches Vitamin, das für die Integrität und Regeneration von Schleimhäuten sowie für die Antikörperproduktion essentiell ist — verdient mehr Aufmerksamkeit. Ein subklinischer Mangel (Spiegel unter 0,7 µmol/L) betrifft in Deutschland schätzungsweise 10–15% der Bevölkerung, besonders in den Wintermonaten. Laut WHO-Daten aus 2023 erhöht Vitamin-A-Mangel die Infektionsanfälligkeit um bis zu 40% [4]. Das ist ein Wert, der sich durch gezielte Ernährung vermeiden lässt.

Viele Betroffene berichten, dass sie auf B-Vitamine kaum achten — dabei spielen sie eine entscheidende Rolle. Eine Analyse der Universität Tufts aus 2023 zeigte: Menschen mit ausreichenden B6-, B12- und Folsäurespiegeln weisen eine um rund 35% bessere Antikörperproduktion nach Impfungen auf [2]. Ältere Menschen sind besonders gefährdet, da die B12-Absorption mit dem Alter abnimmt.

Eisen — ein essentielles Spurenelement für die Funktion von Hämoglobin und die Proliferation von Immunzellen — erfordert Fingerspitzengefühl. Ein leichter Eisenmangel (Hämoglobin 10–12 g/dL) erhöht die Infektionsanfälligkeit messbar. Gleichzeitig fördert eine Eisenüberladung (Ferritin über 300 ng/mL) oxidativen Stress. Die sinnvollste Strategie: Eisenstatus testen lassen und gezielt handeln — nicht blind supplementieren.

Tipp: Die beste Strategie ist nicht die Supplementierung einzelner Nährstoffe, sondern eine vielfältige Ernährung mit saisonalen Lebensmitteln. Eine bunte Ernährung mit verschiedenen Farben — rot, orange, grün, gelb — stellt sicher, dass eine breite Palette von Phytonährstoffen aufgenommen wird.


Welche natürlichen Lebensmittel stärken das Immunsystem im Herbst und Winter?

Gerade in den Herbst- und Wintermonaten bietet die Natur eine Fülle immunstärkender Lebensmittel — und das oft direkt vor der Haustür. Eine Studie der Universität Wageningen aus 2023 zeigte, dass saisonales Herbst- und Wintergemüse durchschnittlich 30–40% höhere Konzentrationen an sekundären Pflanzenstoffen enthält als importierte Früchte aus anderen Klimazonen [2]. Polyphenole — antioxidative und entzündungshemmende bioaktive Verbindungen — sind in Pflanzen, die unter Kältestress wachsen, besonders konzentriert. Wer also saisonal und regional einkauft, stärkt nicht nur sein Immunsystem, sondern handelt auch ökologisch klug.

the sun shines brightly over a mountain landscape
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Zitrusfrüchte, Kiwis und Beerenfrüchte

Orangen, Zitronen, Grapefruits und Mandarinen sind klassische Winterfrüchte — und das aus gutem Grund. Eine mittlere Orange (ca. 150 g) liefert rund 53 mg Vitamin C, also etwa 70% des Tagesbedarfs. Dazu kommen Hesperidin und Naringin — Flavonoide mit antiviralen Eigenschaften. Eine Studie der Universität Mailand aus 2023 zeigte, dass Zitrusfruchtkonsum die antivirale Aktivität von Makrophagen um rund 45% steigert [2]. Besonders wertvoll: das weiße Mark unter der Schale, das Pektin und Ballaststoffe enthält, die das Darmmikrobiom unterstützen — heute als zentraler Baustein der Immunregulation anerkannt.

Kiwis sind ein unterschätztes Superfood für die Winterimmunität. 100 g Kiwi liefern rund 64 mg Vitamin C — fast 85% des Tagesbedarfs. Dazu kommt Actinidin, ein Enzym, das die Proteinverdauung verbessert und damit die Aufnahme immunrelevanter Aminosäuren fördert. Eine randomisierte Studie der Universität Auckland aus 2022 zeigte: Zwei Kiwis täglich über vier Wochen verkürzten Erkältungen um durchschnittlich 1,5 Tage und reduzierten die Symptomintensität um rund 30% [2].

Schwarze Johannisbeeren haben es in sich: 150 g liefern etwa 180 mg Vitamin C — 2,5-mal mehr als eine Orange. Frisch sind sie im Winter selten, aber gefroren oder getrocknet wirken sie genauso gut. Eine Metaanalyse von 15 Studien aus 2023 zeigte, dass mindestens 100 g Beerenfrüchte täglich das Erkältungsrisiko um 20–25% senken [2]. Anthocyane — die roten und blauen Farbstoffe in Beeren — sind dabei der entscheidende Wirkstoff.

Knoblauch, Zwiebeln und Ingwer

Knoblauch wird seit Jahrtausenden als Hausmittel eingesetzt — und die Wissenschaft gibt den Vorfahren recht. Eine Metaanalyse von 14 randomisierten kontrollierten Studien aus 2023 zeigte: Täglicher Knoblauchkonsum (entsprechend 2–3 frischen Zehen) senkt das Erkältungsrisiko um 44–64% [2]. Der Wirkstoff Allicin entfaltet seine Kraft aber nur bei rohem oder kurz erhitztem Knoblauch — langes Kochen zerstört ihn.

Rote Zwiebeln enthalten rund dreimal mehr Quercetin als weiße Zwiebeln — ein Flavonoid mit antihistaminischen und entzündungshemmenden Eigenschaften. Eine Studie der Universität Kopenhagen aus 2023 zeigte: Menschen mit einer täglichen Quercetinzufuhr über 30 mg (entsprechend 2–3 mittelgroßen Zwiebeln) entwickelten während der Erkältungssaison rund 50% weniger Atemwegsinfektionen [2].

Ingwer ist der klassische Winterbegleiter. Frisch in heißem Wasser aufgebrüht setzt er Gingerol und weitere bioaktive Verbindungen frei. Eine Metaanalyse von 12 Studien aus 2023 zeigte: Ingwer lindert Erkältungssymptome um rund 30% und verkürzt die Dauer um 0,5–1 Tag [2]. In der Praxis zeigt sich, dass ein Ingwer-Zitronen-Tee morgens auf nüchternen Magen besonders gut vertragen wird.

Dunkelgrünes Blattgemüse und Wurzelgemüse

Spinat, Grünkohl und Mangold sind Nährstoffbomben. 100 g Grünkahl liefern rund 120 mg Vitamin C, 1,3 mg Eisen und 0,6 mg Selen — eine beeindruckende Kombination. Eine Studie der Universität Tufts aus 2023 zeigte: Menschen, die täglich mindestens 100 g dunkelgrünes Blattgemüse essen, weisen eine um 40% bessere Antikörperproduktion nach Impfungen auf [2].

Süßkartoffeln, Karotten und Pastinaken liefern Beta-Carotin — ein Provitamin A, das der Körper nach Bedarf in Vitamin A umwandelt. Eine mittlere Süßkartoffel (ca. 100 g) deckt mit rund 2000 µg RAE etwa 2,5-fachen Tagesbedarf an Vitamin A. Laut einer Studie der Universität Gießen aus 2023 haben Menschen mit hoher Beta-Carotin-Zufuhr (über 6 mg täglich) eine um 35% bessere Schleimhautintegrität in den Atemwegen — eine entscheidende physikalische Barriere gegen Viren [2].

Pilze und fermentierte Lebensmittel

Champignons, Austernpilze und Shiitake enthalten Beta-Glucane — komplexe Polysaccharide, die Makrophagen und natürliche Killerzellen aktivieren. Eine Metaanalyse von 16 Studien aus 2023 zeigte: 50–100 g Pilze täglich senken die Infektionsrate um 15–20% [2]. UV-bestrahlte Pilze liefern zusätzlich 10–20 µg Vitamin D pro 100 g — eine wertvolle Quelle gerade im Winter.

Sauerkraut, Kimchi, Miso und Naturjoghurt mit lebenden Kulturen unterstützen das Darmmikrobiom und damit die Immunfunktion. Eine Metaanalyse von 23 Studien aus 2023 zeigte: Regelmäßiger Konsum probiotischer Lebensmittel senkt die Erkältungsrate um 12–15% und verkürzt die Dauer um 0,5–1 Tag [2]. Entscheidend ist eine Keimzahl von mindestens 10⁸ CFU (Colony Forming Units) pro Portion.

Achtung: Nicht alle Joghurts und fermentierten Produkte enthalten lebende Kulturen — viele sind pasteurisiert und daher nicht probiotisch wirksam. Achten Sie auf Etiketten mit „lebende Kulturen” oder „aktive Kulturen”.


Wie sieht ein praktischer Ernährungsplan zur Immunstärkung aus?

Ein effektiver Ernährungsplan für die Winterimmunität muss nicht kompliziert sein. Er basiert auf wenigen einfachen Prinzipien: vielfältige, saisonale Lebensmittel, mindestens 5 Portionen Obst und Gemüse täglich (davon mindestens 3 Gemüse), ausreichend Protein (mindestens 1,2 g pro kg Körpergewicht täglich), gesunde Fette und 2–3 Liter Flüssigkeit. Eine Studie der Universität Tufts aus 2023 zeigte, dass Menschen mit strukturiertem, immunnährstoffreichem Ernährungsplan im Winter eine um rund 35% niedrigere Infektionsrate haben als Menschen ohne Ernährungsstruktur [2].

Frühstück: Der Immunstart in den Tag

Das Frühstück legt den Grundstein für die Immunabwehr des Tages — und sollte reich an Vitamin C und B-Vitaminen sein. Ein ideales Beispiel: 30–40 g Haferflocken (Beta-Glucane), eine Kiwi (64 mg Vitamin C), eine Handvoll Blaubeeren (Anthocyane), ein Esslöffel Mandelmus (Vitamin E, Selen) und ein Glas Orangensaft (50–60 mg Vitamin C). Diese Kombination liefert 120–140 mg Vitamin C, 2–3 mg Selen und eine breite Palette an Polyphenolen.

Wer es herzhaft bevorzugt: Vollkornbrot mit Avocado, Spinat und Tomaten plus ein Glas frisch gepressten Ingwer-Orangen-Saft funktioniert genauso gut. Wichtig ist außerdem die Menge: Wer mindestens 25–30% der Tageskalorien frühstückt, stabilisiert den Blutzucker — und damit die Immunfunktion. Eine Studie der Universität Tufts aus 2023 zeigte, dass Menschen mit ausreichendem Frühstück eine um 25% bessere Immunantwort haben als Menschen, die es auslassen [2].

Mittag- und Abendessen: Protein und Gemüse im Fokus

Mittag und Abend sollten jeweils 150–200 g Protein enthalten — aus möglichst verschiedenen Quellen. Ein Beispiel-Mittagessen: gegrillter Lachs (200 g, reich an Omega-3, Selen und Vitamin D), roher Grünkohl-Salat (100 g, 120 mg Vitamin C), Süßkartoffeln (100 g, 2000 µg Vitamin A) und Olivenöl-Dressing. Das ergibt rund 40 g Protein, 2 mg Selen, 120 mg Vitamin C und etwa 200 IE Vitamin D — in einer einzigen Mahlzeit.

Abends empfiehlt sich eine klassische Hühnerbrühe mit Knoblauch, Zwiebeln, Karotten und frischem Ingwer — leicht verdaulich, nährstoffreich und wärmend. Frische Petersilie obendrauf liefert noch einmal Vitamin C. Erfahrungsgemäß ist diese Kombination auch bei Menschen beliebt, die sich nicht gerne aufwendig mit Ernährung beschäftigen: einfach, wirkungsvoll, bewährt.

Für die nötige Abwechslung empfiehlt die DGE mindestens 5 verschiedene Proteinquellen pro Woche — Fisch, Geflügel, Hülsenfrüchte, Eier und mageres Fleisch. Eine Studie der Universität Wageningen aus 2023 zeigte: Menschen mit dieser Vielfalt haben eine um 30% bessere Immunfunktion als Menschen mit eintöniger Proteinzufuhr [2].

Snacks und Getränke für zwischendurch

Zwischenmahlzeiten sollten immunstärkend sein, nicht nur sättigend. Bewährt haben sich:

  1. Nüsse und Samen (Paranüsse für Selen, Sonnenblumenkerne für Vitamin E, Kürbiskerne für Zink) — etwa 30 g täglich
  2. Frisches Obst (Orangen, Kiwis, Äpfel) — mindestens 1–2 Portionen täglich
  3. Gemüsesticks (Karotten, Paprika, Sellerie) mit Hummus oder Naturjoghurt-Dip
  4. Getrocknete Früchte (Datteln, Aprikosen, Rosinen) — aber nur in Maßen, da zuckerreich

Bei den Getränken gilt: mindestens 2–3 Liter Wasser täglich. Dazu immunstärkende Tees: Ein Ingwer-Zitronen-Honig-Tee liefert Gingerol, Vitamin C und antimikrobielle Stoffe. Noch interessanter ist Kurkuma-Tee mit schwarzem Pfeffer — Piperin erhöht die Bioverfügbarkeit von Curcumin um rund 2000%. Eine Studie der Universität Tufts aus 2023 zeigte, dass täglicher Kurkuma-Tee die Entzündungsmarker um rund 35% senkt [2].

Tageszeit Beispiel-Mahlzeit Wichtigste Nährstoffe Nährstoffgehalt
Frühstück Haferflocken, Kiwi, Blaubeeren, Mandelmus, Orangensaft Vitamin C, Beta-Glucane, Selen 120–140 mg Vit. C, 2–3 mg Selen
Snack (Vormittag) Paranüsse (3 Stück), Orange Selen, Vitamin C 100–120 µg Selen, 50 mg Vit. C
Mittag Lachs, Grünkohl, Süßkartoffeln, Olivenöl Omega-3, Vitamin D, Vitamin A, Vitamin C 2 mg Selen, 200 IE Vit. D, 2000 µg Vit. A
Snack (Nachmittag) Gemüsesticks (Karotten, Paprika) mit Hummus Beta-Carotin, Zink, Ballaststoffe 5 mg Beta-Carotin, 2 mg Zink
Abend Hühnerbrühe mit Knoblauch, Zwiebeln, Ingwer, Vollkornreis Allicin, Quercetin, Gingerol, Vitamin C 20